„North the Sun“: Suche nach perfekter Welle am Polarkreis

Suchen nach der perfekten Welle (Foto: Pressmaster/ Shutterstock)

Suchen nach der perfekten Welle (Foto: Pressmaster/ Shutterstock)

Die Eiswelle, nicht die im Münchner Garten sondern in Norwegen. Der Traum von der einsamen Bucht, der perfekten Welle. Überwintern. Jung und verrückt, lieben und leben Leute wie Inge und Jørn in der Natur – für (fast) jeden Preis. Wir haben uns für euch einen der besten Bergfilme der aktuellen European Outdoor Filmtour angeschaut…

Inge Wegge und Jørn Nyseth Ranum sind auf der Suche nach der perfekten Welle. Doch die gibt’s leider nur im Doppelpack mit kalten Füßen. Die beiden norwegischen Surfer beschließen trotzdem den Winter in einer geheimen Bucht am Polarkreis zu verbringen und machen sie es sich dort für neun Monate in einer selbstgebauten Hütte aus Strandgut gemütlich.

Das Feuerholz für den Ofen liefert der Atlantik gratis – ebenso wie Unmengen von Plastikmüll. Wenn sie nicht wollen, dass ihr Surfparadies zur Müllkippe verkommt, bleibt Jørn und Inge nichts anderes übrig als den Strand aufzuräumen.

Ob das Müllsammeln an der norwegischen Küste. Ein einsamer Mountainbike-Roadtrip wie der von Kyle. Und der härteste Offwidth-Crack der Welt: Die European Outdoor Film Tour (E.O.F.T.). ist seit Oktober 2013 wieder auf Tour: das zweistündige Filmprogramm zeigt die spannendsten Sport- und Abenteuerfilme des Jahres, unter anderem die Umweltdoku „North of the Sun“.

Ein einsamer Strand an der norwegischen Küste, schummeriges Dämmerlicht. Seit mehr als zwei Monaten ist es keinem Sonnenstrahl mehr gelungen bis an den Boden der Bucht vorzudringen. Hier ver- steckt sich eine kleine Hütte mit einer kreisrunden Tür zwischen zwei Felsblöcken. Die beiden Norweger Inge Wegge und Jørn Nyseth Ranum haben sie komplett aus Strandgut errichtet, um darin zu überwintern und die besten Wellen des Nordatlantiks zu surfen. Neun Monate wollen sie abseits der Zivilisation verbringen, ohne Internet, ohne Verpflichtungen, ohne Stress.

Die Bucht ist nur zu Fuß erreichbar, doch „weil jeder sein eigenes Paradies finden soll“, wollen Inge und Jørn ihre genaue Position nicht verraten. Ein Paradies mit kleinen Schönheitsfehlern. Wenn das Feuer in der zum Ofen umfunktionierten Blechtonne ausgeht, wird es in der Hütte so kalt, dass sogar das Olivenöl in der Flasche gefriert.

Dann müssen Inge und Jørn wieder nach draußen und Treibholz bergen, sägen und hacken. Aber der Ozean spült noch mehr an den Strand: drei Tonnen Plastikmüll. Die beiden Surfer, die eigentlich nur Wellenreiten wollten, können nicht dabei zusehen, wie sich ihr Paradies in eine Müllkippe verwandelt und beginnen systematisch den Strand aufzuräumen.

Eine Erkenntnis, der die „Wide Boyz“ Tom Randall und Pete Whittaker nur zustimmen können. Die beiden britischen Kletterer sind Experten im Offwidth-Climbing – der brutalsten Form des Risskletterns („the size where nothing fits“) – und können den First Ascent der weltweit härtesten Offwidth-Route in Moab (Utah) zum großen Erstaunen der US-Locals für sich verbuchen. Allerdings auch nur, weil sie sich an einer perfekten Nachbildung des „Century Cracks“ in Toms Keller auf diese Herausforderung vorbereitet haben. Eine zweijährige Trainingstortur, die sich offensichtlich gelohnt hat..

Artikelbild: Pressmaster/ Shutterstock

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*