Segelschulschiff: Mit Frauen-Power über den Atlantik

Frau an Bord? Klar. Als Windjammer-Kapitän ebenso, treffen wir in der Berufsschifffahrt weltweit doch immer mehr Frauen auf der Brücke. Auf dem hundertjährigen Zweimaster „Eye of the Wind“ hält Nora Marye Moro das Steuerruder fest in der Hand. Meist mit Kurs Transatlantik…

Die verblüfften, aber durchweg positiven Reaktionen ihrer Mitsegler nahm die Kapitänin von Anfang an mit Humor: „Bei unseren Gästen an Bord entschuldige ich mich immer gleich für das Fehlen von blauer Uniform, Pfeife und Bart. Die Erwartungen an einen typischen Käpt’n Iglo erfülle ich leider nicht.“ Die 33-Jährige ist verantwortliche Schiffsführerin eines 40 Meter langen Großseglers, mit dem sie Urlaubsreisen und Management-Trainings auf den Meeren der Welt „zwischen der Karibik und der Kieler Förde“ unternimmt.

Einmonatige Atlantik-Überquerung

Auf dem Atlantik und bei allen Segeltörns hat Nora Moro de Lange zwei weitere kompetente Frauen an ihrer Seite: Die 30-jährige Lisa Kohlmeier aus Kiel und die 34-jährige Britta Altenhoff aus Hagen wechseln sich im zweimonatigen Turnus als Steuerleute ab und besetzen damit die zweitwichtigste nautische Position an Bord des 330 Tonnen schweren Rahseglers. Nach der Transatlantik-Passage unternimmt die Schiffsbesatzung einwöchige Entdecker-Törns im Segelrevier der British Virgin Islands.

Von der Karibik aus nimmt die Crew Kurs auf Bermuda und die Azoren. Im Sommerhalbjahr 2015 stehen dann Tagesfahrten und Segeltörns an der Nord- und Ostseeküste auf dem Törnplan. „Interessierte Mitsegler und Gäste sind jederzeit an Bord willkommen“, betont die Windjammer-Kapitänin. „Seglerische Vorkenntnisse sind nicht notwendig, die aktive Teilnahme am Bordbetrieb erfolgt stets auf freiwilliger Basis.“

Dreifache Frauen-Power für 330 Tonnen Schiff

Die verblüfften, aber durchweg positiven Reaktionen und Kommentare zur „Frau am Steuer(rad)“ nahm die 33-Jährige übrigens von Anfang an mit Humor: „Bei der Vorstellungsrunde mit unseren Mitseglern entschuldige ich mich immer gleich dafür, dass ich nicht die Erwartungen an einen typischen Käpt’n Iglo erfülle!“ Nach der Transatlantik-Passage unternimmt die Crew der Eye of the Wind einwöchige Entdecker-Törns im Segelrevier der Britischen Jungferninseln.

Von der Karibik aus nimmt die Kapitänin Kurs auf Bermuda und die Azoren. Im Sommerhalbjahr 2015 stehen dann Tagesfahrten und Segeltörns an der Nord- und Ostseeküste auf dem Törnplan. „Interessierte Mitsegler und Gäste sind jederzeit an Bord willkommen“, betont Nora Moro de Lange. „Seglerische Vorkenntnisse sind nicht notwendig, die aktive Teilnahme am Bordbetrieb erfolgt stets auf freiwilliger Basis.“

Segel-Abenteuer mit einer „alten Lady“

Der Eye of the Wind wollen die drei „Frauen am Steuer(rad)“ noch lange treu bleiben. Gerne erinnert sich Nora Moro de Lange an ihren schönsten Segeltörn zurück: „Bei meiner ersten Atlantik-Überquerung – damals noch in meiner Rolle als Matrosin – hätte ich den Ozean am liebsten ein Stück größer gemacht, nur um die Reise noch länger genießen zu können!“

Heute freut sich die Chef-Nautikerin auf alle noch bevorstehenden Segel-Abenteuer. Mit ihrer „100 Jahre alten Lady“, wie sie den Windjammer liebevoll bezeichnet, segelt sie an den schönsten Plätzen der Welt. „Besonders gerne bin ich im Mittelmeer und rund um die Kanarischen Inseln unterwegs – dort ist gutes Wetter garantiert, und man findet immer neue und schöne Ankerplätze“, so die Segel-Enthusiastin.

Eine segelnde Legende mit Hollywood-Vergangenheit

Die Brigg Eye of the Wind gilt als segelnde Legende. Als Toppsegelschoner auf einer deutschen Werft im Jahr 1911 gebaut, wurde das Schiff zunächst auf den Namen Friedrich getauft und in der Frachtschifffahrt eingesetzt. Nach mehreren Eignerwechseln und Namensänderungen, einer Strandung und einem Brand im Maschinenraum schien das Ende des Schiffes im Jahr 1970 unausweichlich. Stattdessen begannen englische Segelschiffs-Enthusiasten damit, den Rumpf komplett neu aufzuriggen.

Einer Weltumsegelung folgte die Expeditionsreise „Operation Drake“ unter der Schirmherrschaft Seiner Königlichen Hoheit Prince Charles, der selbst an Deck des Zweimasters stand. In dem Kinofilm „White Squall / Reißende Strömung“ (1996) und anderen Abenteuerstreifen diente die segelnde Hollywood-Diva als Handlungsschauplatz und Filmkulisse. Heute wird die Brigg von einem deutschen Eigner für Urlaubsreisen und als Schulungsschiff für Management-Trainings eingesetzt.

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